Warum hier nichts mehr erscheinen wird

Fast sechs Jahre ist es her, seit hier das letzte mal ein Artikel erschienen ist. Dieser Blog ist also, so wie viele andere im Internet, de facto tot. Aber so richtig lebendig war er sowieso nie. Ich werde ihn aber nicht vom Netz nehmen, sondern habe vor, ihn weiterhin lesbar zu halten. Ich möchte ihn auch nicht einfach einfrieren sondern hiermit noch ein Schlusswort setzen.

2009 entstand dieser Blog aus einer spontanen Idee heraus. Ich sah die Predigtvideos des deutschen Islamisten Pierre Vogel und wollte da einfach nicht dazu schweigen. Er nannte seine Bewegung damals “Einladung zum Paradies”. Meine Idee war es, als “Pirat Vogel” in See zu stechen und mit einer “Einladung zum Biervulkan” zu kontern. Die Religionssatire des “Fliegenden Spaghettimonsters erschien mir als geeignetes satirisches Vehikel im Kampf gegen diesen Fanatismus.

Schnell kam ich jedoch drauf, dass meine Beiträge nicht ankamen, wie ich es mir erhoffte. Der Blog wurde eher belächelt als ernst genommen. Rückblickend würde ich sagen, dass es an folgenden Problemen lag:

  • Die Aufmerksamkeit der Menschen ist ein begrenztes Gut. Die Leserinnen und Leser haben nicht die Zeit und Lust, sich den ganzen Hintergrund zu meinen Überlegungen durchzulesen
  • Ironie und Sarkasmus sind scharfe, aber äußerst gefährliche Waffen. Oft bemerkt man Ironie als solche gar nicht.

Mit viel Hartnäckigkeit und Sturheit hätte mein Vorhaben funktionieren können. Ich hatte aber nicht wirklich die zeitlichen Ressourcen, um hier mit meinem Blog am Ball zu bleiben. Schließlich verlor ich bald die Lust an diesem Projekt und schrieb hier nur mehr in unregelmäßigen Abständen.

Heute würde ich es nicht mehr so machen. Ich glaube es ist klüger, ehrlich seinen Standpunkt zu vertreten, als sich mit Ironie zu verbiegen. Deshalb erscheint mir die Lehre des Fliegenden Spaghettimonsters als nur begrenzt taugliches Instrument der Religionskritik. In diesem Sinne schrieb ich 2014 in einem Userkommentar auf derStandard.at folgende Kritik an der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters: Drei Argumente gegen die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters

Meine Standpunkte vertrete ich heute unter anderem als Präsidiumsmitglied der “Atheistischen Religionsgesellschaft in Österreich”, auf deren Webseite atheistisch.at ich meine weltanschaulichen Überlegungen teile, und zu deren Besuch ich hiermit herzlich einlade.

Die Seite “Einladung zum Biervulkan” gibt es dennoch weiterhin, auch wenn sich meine Prioritäten geändert haben. Ich sehe keinen Grund, sie vom Netz zu nehmen, und möchte sie weiterhin aus ein archivarischen Zwecken am Leben erhalten. Kommentare zu meinen Artikeln hier werden nur mehr in unregelmäßigen Abständen freigeschalten, aber ich nehme auch gerne Feedback per E-Mail an (Siehe unter Kontakt).

Hiermit verstummt mein Pseudonym “Pirat Vogel” für immer überlässt diesen Blog den schier endlosen Weiten des Internets. Ahoi und Ramen!

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