Islam vs. Christentum - In der Burka-Debatte ein völlig falscher Ansatz

Für ein Burka-Verbot in Österreich - Plakat des Zentralrats der Ex-Muslime Österreichs

Die verschiedenen Debatten um den Islam werden ja in diversen Kreisen gerne und oft zu einem Kampf „Christliches Abendland gegen den Islam“ hochstilisiert. Zur Abwehr der fremden Gefahr der Islamisierung wird die Rückbesinnung auf das gute alte Christentum empfohlen, welches im Westen ja immer unbedeutender wird. Diese Argumentationslinie führt auf den Holzweg, weil (kurz gesagt) viele unserer Werte, die heute durchaus vor einem fundamentalistischen Islam verteidigt werden müssen, vor Jahrhunderten gegen ein fundamentalistisches Christentum erkämpft werden mussten.
Noch unsinniger wird die ganze Argumentation, wenn sie unter umgekehrten Vorzeichen geführt wird. Nämlich dann, wenn kritikwürdige Traditionen im Islam mit christlichen Unsinnigkeiten relativiert werden. So geschehen in einem Kommentar über die Burka-Debatte auf diestandard.at.

Da schreibt eine gewisse Andrea Roedig vom „Kreuz mit der Burka“. Sie schreibt von der Debatte um die Ganzkörperverschleierung von Frauen, die aktuell in verschiedenen Ländern Europas geführt wird. In Frankreich und Belgien wurde ja bereits ein Verbot gegen Ganzkörperverschleierung in der Öffentlichkeit erlassen. In Österreich setzt sich übrigens der Zentralrat der Ex-Muslime für so ein Verbot ein.

Auch in Syrien wurde vor kurzem ein Verbot des Niqab, einer dort üblichen Ganzkörperverschleierung, beschlossen. Aber diesen Gesetzesvorstoß in Syrien will Frau Roedig partout nicht im selben Bild wie die Verbote in Europa sehen. Die Argumente zu dieser Thematik seien nämlich im Arabischen Raum andere als in Europa. In Europa, meint sie, sei „die Diskussion ums Burka-Verbot notwendig immer auch im Zeichen einer Konkurrenz der islamischen zur christlichen Kultur“. Autsch! Offenbar hat Andrea Roedig die „Abendland in Christenhand“-Plakate ernst genommen, und begibt sich selbst auf dieses Diskussionsniveau, auch wenn sie in die andere Richtung argumentiert.

Zwar erkennt Frau Roedig die Ganzkörperverschleierung durchaus als „horribles Instrument patriarchaler Gewalt“. Ihr kreativer Einwand dagegen ist, dass der „morbide Charme des Christenkreuzes allerdings auch nicht so harmlos“ ist. Sie fühlt sich bemüßigt, der Kritik an der Burka entgegenzuhalten, dass unsere Kultur mit dem Kruzifix „ein Folterinstrument zu ihrem Wahrzeichen erhebt“ und fordert, in dieser Diskussion die eigenen kulturellen Befangenheiten und Grausamkeiten mit zu bedenken.

Nun, in einem Punkt kann man ihr ja Recht geben. Das Kruzifix ist nüchtern betrachtet tatsächlich eine Folterdarstellung. Allerdings ist in unserer Kultur der kritische und satirische Umgang mit diesem Symbol inzwischen durchaus Gang und gebe. Als Beispiel sei Gerhard Haderers Cartoon-Serie „Wie wäre die Welt wohl geworden, wenn man Jesus damals nicht ans Kreuz genagelt hätte, sondern …“ genannt:
Wenn Jesus nicht gekreuzigt worden wäre, sondern lebenslänglich eingenäht - Cartoon von Gerhard Haderer
Wenn Jesus nicht gekreuzigt worden wäre, sondern elektrisiert - Cartoon von Gerhard Haderer
Oder, ein besonderes Schmankerl, das wunderbar blasphemische Lied „Jesus ich liebe dich“ von Christoph Theußl:

Na, Zufrieden, Frau Roedig?

Aber abgesehen davon: Die vorliegende Argumentation ist seltsam. Die Burka und das Kruzifix sind zwar beides Phänomene organisierter Religion, in ihrem Wesen aber völlig unterschiedlich. Der Versuch, das eine mit dem anderen relativieren zu wollen, ist lächerlich, egal in welche Richtung. Wäre es etwa sinnvoll, für das Kruzifix in Klassenzimmern einzutreten, mit dem Argument, dass andere Religionen viel schlimmere Symbole und Traditionen haben?

Wir sollten in der Burka-Debatte durchaus einen Blick nach Syrien werfen. Die syrische Frauenrechtsorganisation „Syrian Women Observatory“ schreibt auf ihrer Homepage:

We say once again that the niqab is an abolition of human personality and does not count at all as personal freedom upon wearing it at the work place, regardless of the kind of work. Work is by all means a kind of communication with others, and no communication among people without a face. Wearing the niqab at home, or in the street, is their own business, whether she was forced to do that (directly or indirectly) or not. But to enter any workplace with a niqab, this is not her right, because it is my right to see the face of the person I deal with regardless of his/her own convictions.

It is a blatant discrimination against women, even if some women stepped out to defend it. It is violence and extremism directed first and foremost against the woman who wears it, and second against the community.
(Quelle: http://nesasy.org/content/view/9135/376/)

Ich finde, das sind Argumente, die überall gelten. Ja, überall, in Syrien wie in Europa. In der Burka-Debatte sollte vorrangig um Frauen- und Menschenrechte gehen. Verweise auf einen angeblichen christlich-islamischen Kulturkampf sind lächerlich und nicht zielführend, vor allem wenn sie, wie hier, der Verharmlosung und Relativierung dienen.

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Eine kleine Analyse zur Lage der Katholischen Kirche in Österreich

Zeitlicher Verlauf der Kirchenaustritte in Österreich

Die katholische Kirche schlittert seit Monaten von einer Krise zur nächsten. Anfang des Jahres 2009 geriet die Kirche aufgrund von umstrittenen Personalentscheidungen in die Kritik (Beinahe-Bischofsweihe von Gerhard Maria Wagner, Rehabilitierung von Bischof Williamson). 2010 erschütterten neue Missbrauchsvorwürfe die Kirche, welche zur Bildung einer eigenen Kommission führten. Ich versuche hier einmal, eine aktuelle Bestandsaufnahme der katholischen Kirche in Österreich zu machen.

Die katholische Kirche, ein Schattenstaat

Die Kirche ist ein Schattenstaat. Sie ist mehr als ein Verein, sie ist eine staatsähnliche Institution im Staate. Es gibt „regierende“, die Bischöfe und es gibt „Staatsbürger“, die Laien. Und es gibt mehrere Fraktionen unter den Angehörigen der „Mutter Kirche“. Ich mache hier eine grobe Einteilung, wobei die Grenzen natürlich nicht immer klar zu ziehen sind.

1. Die Taufscheinkatholiken:

Diese Fraktion stellt nach meiner Einschätzung die Mehrheitsfraktion unter den Laien dar. Es ist die große Schar jener, die sich aus Gewohnheit zur katholischen Kirche zugehörig fühlen, ohne viel Gedanken darüber zu verlieren. Sie führen die wichtigsten Sakramente wie die Taufe ihrer Neugeborenen und die kirchliche Trauung durch, gehen hin und wieder am Sonntag in die Heilige Messe, sehen sich selbst aber „Nicht so religiös“.

In der Kirchenführung sind sie naturgemäß überhaupt nicht vertreten, da man ein Kirchenamt normalerweise nicht anstrebt, wenn man sich damit überhaupt nicht näher beschäftigt. Unter den Kirchenaustretern sind sie hingegen die Nummer eins.

2. Die progressiven und konservativen Reformer:

Es gibt ein großes Reformlager, das ich in Progressive und Konservative unterteile. Die Progressiven sind schon eher als Katholiken zu bezeichnen als die Taufscheinkatholiken. Sie kennen die grundlegenden Glaubensinhalte und sind auch durchwegs überzeugt davon. Sie sind in der Kirche engagiert und bestrebt, ihr ein modernes und junges Antlitz zu geben. Deshalb sind viele Religionslehrer und Pfarrgemeinderäte unter ihnen zu finden. Sie sind in der Plattform „Wir sind Kirche“ organisiert.

Die konservativen Reformer sind genauso engagiert wie die progressiven, und treten auch für gewisse Veränderungen ein. Allerdings sind sie vorsichtiger, mehr am Konsens mit der Kirchenführung interessiert. Zu dieser Fraktion sind vor allem die Initiatoren der „Laieninitiative“ zu zählen.

In der Kirchenführung sind die Reformer kaum zu finden. Der letzte Bischof, den man dieser Fraktion am ehesten zuschreiben konnte, war Kardinal Franz König.

3. Die Papsttreuen:

Die Angehörigen dieser Fraktion nehmen den Papst beim Wort, auch wenn es um die leidlichen Themen wie AIDS und Kondome geht.
Sie stellen wohl die Führungsriege der Katholischen Kirche in Österreich dar. Die meisten Bischöfe sind zu ihnen zu zählen.

4. Die Vorkonziliaren und Erzkonservativen:

Um diese Fraktion drehte es sich in der Kirchenkrise Anfang 2009.

Bei den Vorkonziliaren ist vor allem die Piusbruderschaft zu nennen. Diese Gruppierung lehnt die Reformen des 2. Vatikanischen Konzils ab. Ihre Angehörigen wurden deswegen exkommuniziert. Papst Benedikt XIV hat einige Bischöfe dieser Bruderschaft rehabilitiert, ohne darauf zu achten, dass unter ihnen Antisemiten und Holocaustleugner wie Bischof Richard Williamson sind.

Gerhard Maria Wagner, Pfarrer von WindischgarstenGerhard Maria Wagner, Pfarrer von Windischgarsten, ist zu den Erzkonservativen zu zählen. Dieser Pfarrer verkündete unter anderem mit Freude, dass 2005 durch Hurrikan Katrina in New Orleans alle Nachtclubs, Bordelle und Abtreibungskliniken zerstört wurden, und vertrat die Meinung, dass der Hurrikan die Folge einer „geistigen Umweltverschmutzung“ gewesen sein könnte. Der Papst wollte ihn Ende Januar 2009 zum Weihbischof in Linz ernennen, nahm diese Pläne nach Protesten aber wieder zurück.

Neben Bischöfen und Priestern gibt es auch einige Prominente Laien, die man zu diesen Fraktionen zählen kann, wie z. B… den BZÖ-Politiker Ewald Stadler.

Die Lage der Kirche

Erzbischof Rino FisichellaDie aktuelle Politik des Vatikans ist von der Rückbesinnung auf frühere Zeiten geprägt. Zum Beispiel hat erst vor wenigen Tagen Papst Benedikt XIV. ein Institut für die Neu-Evangelisierung Europas gegründet. Die Rehabilitierung der Vorkonziliaren und die Hofierung der Erzkonservativen ist Teil dieser Politik.

Unter der Fraktion der Taufscheinkatholiken ist seit Jahren ein relativ konstanter Strom an Kirchenaustretern zu beobachten, der in Zeiten von Kirchenkrisen und Missbrauchsskandalen deutliche Spitzen hat. Die Kirche hat mit diesen Menschen ein grundlegendes Problem: Sie haben schlicht und einfach nicht den Glauben, den die Kirche propagiert. Mit dem neu gegründeten Institut für die Neu-Evangelisierung Europas will die Kirche diese Menschen zum Glauben bekehren. Die Zahl derer, die sich (re-)missionieren lassen schätze ich aber eher gering ein. Ein Großteil der Taufscheinkatholiken wird über kurz oder lang wohl den selben Weg nehmen, den auch ich gegangen bin: Den Weg zur Bezirkshauptmannschaft, um die Austrittserklärung abzugeben.

Die Reformer stehen auf verlorenem Posten. Ihr Einfluss ist im Schwinden begriffen. Ihre Forderungen, wie z.B. Die Abschaffung des Pflichtzölibats für Priester verhallen schon seit Jahren. Grundsätzlich muss man sagen, dass die Kirche ein Problem mit Initiativen von Laien hat. Denn nach ihrer Auffassung kommt die Wahrheit nicht von unten, sondern von oben. Außerdem dürften die Reformer schwer zufrieden zu stellen sein. Ginge die Kirche auf ihre Forderungen ein, dann würden sie schnell mit neuen Forderungen kommen. Sie wollen ja die Kirche am Puls der Zeit halten. Noch bleiben die meisten Reformorientierten Kräfte der Kirche treu, da sie sich trotz allem mit ihr Verbunden fühlen. Angesichts der aktuellen Entwicklung ist aber fraglich, wie lange sie das noch tun werden.

Die weitere Entwicklung

Pastoraltheologe Paul ZulehnerIn Summe muss es zwangsweise darauf hinauslaufen, dass die Kirche weiter schrumpfen wird. Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner kritisierte 2009, dass die Kirchenführung offenbar das Ziel verfolge, aus der „Kirche für Alle eine Sekte für Wenige“ zu machen. Ich halte diese Befürchtung von Zulehner für ein äußerst realistisches Szenario. Offenbar verfolgt die Kirche genau dieses Ziel. Ich sehe diese Entwicklung an sich weder positiv noch negativ, sondern neutral.

In der österreichischen Gesellschaft wird diese Entwicklung der Kirche wohl nicht ohne folgen bleiben. Wenn sich die Kirche vom Volk entfernt, dann wird das Volk entsprechend darauf reagieren. Paul Zulehner meint, dass die Kirche mit ihrer aktuellen Politik Chancen verspielt, da das Volk sehr wohl ein Bedürfnis nach Religiosität hat. Offenbar betrachtet er die Religiosität als Markt, den die Kirche nur unzureichend bedient. Wenn dem so ist, dann wird sich das Volk andere Formen der Religiosität und Spiritualität suchen. Hier gibt es auch ein großes Potential für säkulare, religionskritische und atheistische Bewegungen.

Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Österreich ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, den man in diesem Zusammenhang hinterfragen muss. Derzeit genießt die Kirche noch einige staatliche Privilegien. Schon jetzt gibt es Stimmen, die nach einer konsequenten Trennung von Staat und Kirche rufen. Diese werden nicht verhallen, sondern lauter werden. Noch kann sich die Kirche auf ihre hohe Mitgliederzahl berufen und auf ein hohes Ansehen in der Politik bauen, wenn sie ihre Interessen wahren will. Beides wird sich ändern wenn die Kirche weiter schrumpft und in ihren Ansichten radikaler wird.

Bildquellen:
„Kirchenaustritte“: http://www.meinkirchenaustritt.at/
„Gerhard Maria Wagner”: http://www.ksta.de/
„Rino Fisichella“: http://derstandard.at/
„Paul Zulehner“: http://commons.wikimedia.org

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Zölibatsdiskussion im Fernsehen: Es ging nur um Sex

Diskussionsrunde über die Kirche in der ORF-Sendung „Im Zentrum“

Vergangenen Sonntag diskutierten in der ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“ mehrere Angehörige der katholischen Kirche unterschiedlichen Ranges wieder einmal übers Zölibat. Die Diskussionsrunde war eher langweilig, ich möchte gar nicht näher darauf eingehen. Der einzige Grund, wieso ich sie hier erwähne ist folgender: Es ging in dieser Diskussionsrunde eigentlich nur um Sex.

Das unterhaltsamste Detail dieser Diskussion war das Bekenntnis vom Pastoraltheologen Paul Zulehner, dass das Zölibat nicht das Hauptthema dieser ganzen Diskussion ist. Das mag Herr Zulehner so sehen, aber ich glaube er liegt hier falsch. Für die meisten Menschen dürfte das Zölibat definitiv der wichtigste Diskussionspunkt sein. Schließlich geht es dabei indirekt um Sex. Hand aufs Herz, alles, was mit Sex zu tun hat, ist in der Regel reizvoll. Und gerade Dinge, die indirekt, aber doch eindeutig mit Sex in Zusammenhang zu bringen sind, sind besonders antörnend. Langer Rede kurzer Sinn, das Zölibat ist in dieser ganzen Diskussion das Motiv schlechthin.

Es ist weiters vollkommen logisch, dass die Abschaffung des Pflichtzölibats für Priester die ultimative Lösung für den herrschenden Priestermangel zu sein scheint. Schließlich ist die Tatsache, keinen Sex haben zu dürfen, das wohl stärkste Argument gegen den Priesterberuf. Wenn diese Hürde fällt, gibt es keine Probleme mehr mit zu wenigen Priesterweihen. So einfach ist das, bzw. so einfach erscheint das für den durchschnittlichen katholischen Laien, der mit theologischen Spitzfindigkeiten nichts am Hut hat.

Im Übrigen wird über die islamischen Bekleidungsvorschriften, über Kopftuch und Burka, fast genauso gern debattiert wie über das Zölibat. Das ist nicht verwunderlich, denn im Endeffekt geht es dabei dabei … um Sex! Ich will jetzt diese beiden Themen nicht in einen Topf zu werfen, aber zwei Parallelen zwischen der Zölibatsdebatte und der Kopftuchdebatte fallen doch auf: In beiden Debatten verschanzt man sich gerne hinter die angeblichen göttlichen Offenbarungen, um aus ihnen, je nach Standpunkt, die Pflicht zum Zölibat der Priester bzw. zum Kopftuch zu untermauern oder zu widerlegen. Auf diese Weise wird in beiden Diskussionen verschleiert, worum es eigentlich geht: Um Sex, genauer gesagt um dessen Vermeidung.

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Österreichs beschissene Iranpolitik

Manuchehr Mottaki und Michael Spindelegger

Vor einiger Zeit habe ich mich hier schon kritisch über die verlogene Iran-Politik der FPÖ geäußert. Allerdings steht nicht nur die FPÖ, sondern sämtliche Politische Entscheidungsträger auf der falschen Seite, wenn es um den Iran geht.

Kurz zusammengefasst gibt es zwei Gründe, wieso ich die Islamische „Republik“ Iran ablehne. Der erste Grund ist die katastrophale Menschenrechtslage. Gerade in den Protesten der iranischen Bevölkerung gegen das Regime im vergangenen Jahr zeigte sich, wie brutal das Regime gegen das eigene Volk vorgeht. Inhaftierungen und Folterungen von Oppositionellen, sowie die Hinrichtung von „vom Glauben Abgefallenen“ stehen an der Tagesordnung.
Der zweite Grund ist das iranische Atomprogramm. Die Verfassung der Islamischen Republik besagt, dass die aktuellen Herrscher des Iran Stellvertreter für den „verborgenen zwölften Imam“ sind, und dessen Ankunft vorbereiten sollen. Der Gedanke, dass solche Endzeitgläubigen Atomwaffen besitzen könnten, ist nicht gerade beruhigend. Dazu kommen noch die ständigen Drohungen iranischer Führer gegenüber Israel.
All das sind Gründe, den Iran diplomatisch zu isolieren. Leider macht Österreich das Gegenteil.

Der amtierende österreichische Aussenminister, Michael Spindelegger von der ÖVP, hat sich bislang äußerst zahnlos gegenüber dem klerikalfaschistischen iranischen Regime gezeigt. Als bei der UNO-Vollversammlung im September 2009 der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad wieder einmal seine obligatorische Hassrede gegen das „zionistische Gebilde“ hielt, taten die Delegationen vieler westlicher Länder das Mindeste, was man in dieser Situation tun muss, und verließen den Saal. Die österreichische Delegation mit Spindelegger blieb aber Sitzen. Später räumte Spindelegger ein, dass es irgendwie eh besser gewesen wäre, den Saal zu verlassen, aber nachdem wir ja in der EU sind, und die Schweden gerade den Ratsvorsitz hatten, hat man sich halt an die schwedische Delegation gehalten, die irgendwie auch überlegt hat, ob sie vielleicht rausgehen soll, aber nicht so recht gewusst hat ….

Ähnlich konsequent war Spindelegger beim Besuch des iranischen Außenministers Manuchehr Mottaki in Wien im April 2010. Dabei ging es wieder mal darum, einen Dialog zu führen, um Sanktionen nach Möglichkeit zu vermeiden. Seit Jahren suchten westliche Diplomaten schon den Dialog mit dem Iran, ohne irgendeinen Kompromiss im iranischen Atomprogramm zu erreichen. Was sich Spindelegger da erwartet? Gebracht hat dieser Staatsbesuch nicht wirklich etwas, außer einen bitteren Nachgeschmack und für Spindelegger die Ehre, von Mottaki als „guter Freund“ bezeichnet zu werden. Eine Ehre, die aus dem Mund dieses Mannes eher zweifelhaft ist

Inzwischen hat der UN-Sicherheitsrat endlich Sanktionen gegen den Iran verhängt. Die EU hat noch schärfere Maßnahmen ergriffen. Dabei outete sich nach der FPÖ und Michael Spindelegger ein weiterer österreichischer Politiker als Freund des Mullah-Regimes: Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl. Er kritisierte die Sanktionen gegen den Iran unter anderem mit dem seltsamen Argument, dass US-Amerikanische Investoren ohnehin „über Umwege“ ihr Geld im Iran investieren würden, und somit nur die Europäer draufzahlen. Welche Umwege Herr Leitl damit meint, lässt er unerwähnt. Aber ein paar Seitenhiebe auf die USA kommen in den Medien immer gut an, wenn man die eigenen Interessen kommunizieren will.

Und um nichts anderes als Wirtschaftliche Interessen, welche durch verschärfte Sanktionen gegen den Iran gefährdet sind, geht es bei Leitls Kopfzerbrechen. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und dem Iran (und vor allem auch zwischen Deutschland und dem Iran) sind schlussendlich auch der problematischste Aspekt in dieser Angelegenheit. Die iranische Wirtschaft wird hauptsächlich von den paramilitärischen Revolutionsgarden kontrolliert. Wenn eine ausländische Firma mit dem Iran Geschäfte macht, kommt sie kaum darum herum, dass die iranischen Geschäftspartner Angehörige der Revolutionsgarde sind.

Wenn der Staat Mist baut, dann muss die Zivilgesellschaft eingreifen. In Österreich hat sich schon vor einiger Zeit das überparteiliche Bündnis „Stop the Bomb“ gebildet, welches sich für Sanktionen zur Verhinderung der iranischen Atombombe stark macht. Als Reaktion auf die iranische Freiheitsbewegung und deren gewaltsame Unterdrückung hat dieses Bündnis auch eine Petition gestartet, welche fordert, die iranischen Revolutionsgarden auf die EU-Terrorliste zu setzen. Beide Petitionen sind unterstützenswert. Die Links dazu:
http://www.stopthebomb.net/
http://www.sanctioniranregime.eu/de/

Bildquelle: http://derstandard.at

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Einladung zum Biervulkan könnt ihr jetzt „flattrn“

Seit Kurzem gibt es auch auf meinem Blog Flattr-Buttons. Was das ist, will ich hier kurz erklären.

Was ist und was heißt „Flattr“? Flattr ist ein Dienst, den ein paar Schweden erfunden haben. Der Begriff „Flattr“ ist ein Kunstwort, das sich aus „to flatter“ (jemandem schmeicheln) und „flatrate“ (Fixbetrag) zusammensetzt. Diese Bezeichnung soll aussagen, worum es bei Flattr geht: Man zahlt einen monatlichen Fixbetrag, den man dann dafür nützt, anderen eine Freude zu machen.

Was sind diese Flattr-Buttons? Die Flattr-Buttons sind Buttons, auf die man klicken kann, wenn einem das „Ding“, das zu diesem Button gehört, gut gefallen hat. So ein „Ding“ kann ein Blogartikel sein, ein Video, oder auch eine ganze Webseite. Wenn man auf einen Button klickt, gibt man dem dazugehörigen Ding einen Flattr-Punkt.
Am Monatsende werden alle Flattr-Punkte, die man in dem Monat vergeben hat, zusammengezählt, und der Monatliche Betrag, den man eingezahlt hat, gleichmäßig darauf verteilt. Vorraussetzung dafür ist natürlich, dass man selbst bei Flattr registriert ist, und den monatlichen Betrag bezahlt hat.
Ich habe einen Flattr-Button für den gesamten Blog in der rechten Leiste eingebaut, sowie einzelne Buttons bei jedem Artikel.

Ist der jetzt geldgierig geworden? Nein. In erster Linie hab ich mich für eine Flattr-Mitgliedschaft entschieden, weil ich selbst gerne anderen Bloggern für gute Artikel ein wenig Geld gebe. Die Möglichkeit, selbst etwas für meinen eigenen Blog zu kriegen, war aber natürlich ein zusätzlicher Anreiz.

Der will sich doch nur bereichern! Nein. In erster Linie werde ich mich über Geld, das ich über Flattr einnehme, einfach nur freuen, und es als Ansporn für weitere Artikel betrachten. Viel mehr als ein paar Cent erwarte ich mir nicht an Einnahmen. Für mich wäre es schon eine Sensation, wenn mit den Flattr-Einnahmen die jährlichen Fixkosten von 24,90 € zum Betrieb dieses Blogs gedeckt wären. Sollte ich darüber hinaus tatsächlich einen Gewinn machen, dann werde ich mir damit ein oder zwei Bier finanzieren ;-).

Wenn ihr mehr wissen wollt, schaut euch dieses Video an und besucht die Flattr-Homepage.

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