Arrr! Überfluten wir das Kultusamt!

Niko Alms Führerschein

Na sowas: Niko Alm hat nach drei Jahren doch noch seinen Führerschein bekommen. Die Geschichte haben die meisten der Leser wahrscheinlich eh schon in den Medien erfahren. Falls nicht, hier die Superkurz-Zusammenfassung: Niko Alm, Unternehmer, Atheist und bekennender Pastafari, las vor drei Jahren in einer Broschüre über den neuen Führerschein, dass man am Führerscheinfoto keine Kopfbedeckung tragen darf, es sei denn, man trägt sie aus religiösen Gründen. Er beschloss, den neuen Schein zu beantragen, und fotografierte sich mit einem Nudelsieb als religiöser Kopfbedeckung des Pastafarianismus, der Religion seiner Nudeligkeit, des fliegenden Spaghettimonsters. Es folgte ein Behördenmarathon, der sogar zum Amtsarzt führte. Aber schließlich und endlich hat er es geschafft: Niko Alm hat seinen Fürherschein. Herzliche Gratulation auch von mir!

Nun hat die Republik Österreich also offensichtlich das Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung der Anhänger des fliegenden Spaghettimonsters anerkannt. Da ist es nur konsequent, gleich den nächsten Schritt zu setzen: Die Anerkennung der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters als religiöse Bekenntnisgemeinschaft.

Ich stehe nun aber vor ein Dilemma: Bekanntlich habe ich mich ich ja bereits bei der Atheistischen Religionsgesellschaft angemeldet, die ja auch plant, den Status der eingetragenen Bekenntnisgemeinschaft zu beantragen. Da ich sowohl Atheist als auch Pastafari bin, je nach Lust und Laune, würde ich gerne bei beiden Gemeinschaften Mitglied werden. Das geht aber nicht, weil der Staat gesetzlich festgelegt hat, dass jeder Mensch, der in Österreich lebt, nur bei maximal einer Religions- oder Bekenntnisgemeinschaft dabei sein kann. Ich muss mich also entscheiden. Wenn ich nun bei der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters mitmachen möchte, müsste ich mich von der Atheistischen Religionsgesellschaft wieder abmelden. Das wird eine schwierige Entscheidung, vor die mich die Umstände (und in gewisser Weise auch die strenge Religionsgesetzgebung der Republik Österreich) stellen.

Ich schätze einmal, dass die Kirche des fliegenden Spaghettimonsters schneller den Status der Religiösen Bekenntnisgemeinschaft erhalten wird, als die Atheistische Religionsgesellschaft. Um die Anerkennung zu erhalten, muss die jeweilige Bekenntnisgemeinschaft ja die Existenz von 300 Mitgliedern nachweisen. Die Atheistische Religionsgesellschaft hat derzeit (am 15.7.2011) 84 Mitgleider, die sich explizit dazu angemeldet haben.
Die Medienberichte über die Führerschein-Geschichte sorgen schon jetzt für steigenden Bekanntheitsgrad des Fliegenden Spaghettimonsters und werden der Sache sicherlich Auftrieb verleihen. Ausserdem muss man leider sagen, dass „Atheismus“ nach wie vor ein Begriff mit einer etwas negativen Konnotation ist. Viele Menschen sehen sich aus diesem Grund lieber als Agnostiker denn als Atheisten, auch wenn die Grenze dazwischen fließend ist. Diese Menschen, die folglich eher nicht der Atheistischen Religionsgesellschaft beitreten würden, könnten durchaus von der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters angesprochen werden.

Dennoch haben beide Initiativen ihre Existenzberechtigung. Beide werden das Kultusamt, das für die Anerkennung von Religionen zuständig ist, vor interessante Entscheidungen stellen. Für den Fall, dass beide Bekenntnisgemeinschaften anerkannt werden, kam mir mir spontan eine Idee für eine lustige Aktion: Leute wie ich, die am liebsten bei beiden Gemeinschaften gleichzeitig dabei wären, könnten ja nach Lust und Laune zwischen der Kirche des FSM und der Atheistischen Religionsgesellschaft hin- und her wechseln, und die Austritte aus den jeweiligen Gemeinschaften immer formgemäß auf der Bezirkshauptmannschaft vollziehen. Wenn das viele Menschen machen, dann käme einiger Aufwand auf die Bezirksämter zu.

Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. Beide Initiativen brauchen zunächst einmal 300 Mitglieder. Daher mein Aufruf: Meldet euch entwerder bei der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters oder bei der Atheistischen Religionsgesellschaft an (Falls ihr noch in einer anderen Religionsgemeinschaft dabei seid, vergesst nicht, vorher dort auszutreten). Gemeinsam überfluten wir das Kultusamt mit Anträgen auf die Anerkennung unserer neuen Bekenntnisgemeinschaften. Arrr!

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Eine digitale Koranschändung

Ende der vergangenen Woche kam es wieder einmal zu einem Blutbad im Namen „des Islams“ bzw. dessen Hasses gegen „den Westen“. Weil Terry Jones, ein Pastor irgendeiner Freikirche in Florida einen Koran verbrannt hatte, kam es zu teilweise gewalttätigen Protesten in Afghanistan. In der Stadt Masar-i-Scharif griff ein wütender Mob die UNO-Botschaft an, und tötete zwölf Mitarbeiter. Der Pastor, der die Koranverbrennung durchgeführt hat, ist nun ein Feindbild der Medien und wird teilweise sogar indirekt zum Täter erklärt.

In einem Punkt kann man den Krtitikern von Pastor Jones zustimmen: Die mutwillige Verbrennung von Büchern ist natürlich ein Akt, der etwas barbarisches an sich hat. Das ist aus historischer Sicht logisch. In Zeiten, in denen Bücher die wichtigsten Informationsträger waren, deren Reproduktion mit großem Aufwand verbunden war, bedeutete die Verbrennung von Büchern, oder ganzen Bibliotheken, eine schmerzliche Vernichtung von Wissen. Man denke da zum Beispiel an die berühmte Bibliothek von Alexandria.

Im Zeitalter der Computer und des Internets hat sich das zum Glück ein wenig gewandelt. Heutzutage können Informationen auf einfachste Weise reproduziert und vervielfältigt werden. Wenn also irgendwo auf der Welt ein Pastor ein einzelnes Buch verheizt, mag das zwar ein symbolischer Akt sein, praktisch ist damit aber kein unwiderbringlicher Verlust an Information verbunden. Für einen aufgeklärten Menschen ist diese Koranverbrennung also ungefähr so bedeutend wie ein umfallender Reissack in China.

Mich hat dieses ganze Theater jedenfalls dazu inspiriert, eine digitale Koranschändung durchzuführen. Das klingt zwar wild, ist aber im wesentlichen nichts anderes, als ein paar Dateien zu kopieren, verschieben und umzubenennen. Bloß, dass eine Datei eine Kopie des Korans ist. Sehen Sie selbst:

Dieser Artikel erschien auch im Blog des Zentralrats der Ex-Muslime Österreich .
Siehe auch meinen Beitrag auf wissenrockt.de  

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Attentat in Deutschland - eine "Einladung zum Paradies"?

Am 2.3.2011 erschoss ein islamistischer Fanatiker am Flughafen in Frankfurt zwei US-Soldaten. Der Attentäter war ein Anhänger der deutschen Salafistenszene, die deren bekanntester Wortführer wohl der Prediger und Fundamentalist Pierre Vogel ist. Wirds jetzt eng für Herrn Vogel?

Als Hintergrundinfo ein paar Zeitungsberichte über dieses Attentat: Die Presse, Der Standard, Welt.

Offenbar war der Attentäter ein Anhänger von Pierre Vogel und seinen Mitstreitern. Diese radikal-islamischen Prediger haben ihre Tätigkeit inzwischen ausgebaut und den Verein „Einladung zum Paradies e.V.“ gegründet. Dieser Verein hat in Mönchengladbach Fuß gefasst. Dort ist man über diese neuen Nachbarn nicht so begeistert, was verständlich ist, wenn man diese Bilder sieht:

Es wundert einen nicht, dass in Mönchengladbach die Stimmung am kippen ist. Vorfälle wie der im folgenden Video geschilderte sind bedauerlich und natürlich aufs schärfste zu verurteilen:


EZP MuslimTube

Das Klima des Hasses, das hier entstanden ist, kommt den Islamisten aber, wie es aussieht nicht ungelegen, dient es doch als Instrument, um das Gemeinschaftsgefühl der „Umma“ zu stärken und gegen die Mehrheitsgesellschaft zu wettern, welche als gemeinsamer Feind hochstilisiert wird.

Die Frage ist nun aber, ob diese Verkünder des Paradieses nach dem Attentat in Frankfurt so ungeschoren davonkommen. Zwar unternimmt Pierre Vogel wieder die üblichen Beschwichtigungsversuche, um jede Schuld von sich zu weisen,

aber zwischendurch rutscht ihm doch etwas Verräterisches heraus:

(Danke an den Feuerbringer). Die Facebook-Fanseite von Pierre Vogel wurde jedenfalls deaktiviert, wie man seiner Homepage entnehmen kann. Man darf gespannt sein, ob die Angelegenheit ein Nachspiel haben wird.

Wenigstens bleibt Pierre Vogel zwischendurch noch die Gelegenheit, sich den wirklich wichtigen, aktuellen Anliegen seiner Missionar(r)ischen Tätigkeit zu widmen: Dem Schutz seiner Schäfchen vor dem satanischen Karnevalsfest:

Als ich vor zwei Jahren mit diesem Blog begann, sagten mir einige Bekannte wörtlich, dass mir das „wurscht“ sein kann, was dieser Pierre Vogel von sich gibt. Und überhaupt soll ich mich nicht aufregen, denn Religion gehört ja irgendwie zum Leben dazu und bedeutet den Menschen so viel. Spätestens wenn man sich diese Videos angesehen hat, sollte man anderer Meinung sein, und den Irrglauben, dass Religion von Natur aus eine positive Sache sei, abgelegt haben.

Zu guter Letzt noch eine Kuriosität: Inzwischen hat der Verein eigene Hotlines eingerichtet, bei denen man anrufen und telefonisch zum Islam konvertieren kann. Das würde sich ja fast einmal für einen Scherzanruf eines Radiosenders anbieten.

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Weihnachten 2010

Ach wie schnell doch so ein Jahr vergeht! Das Jahr ist bald aus und ich komme darauf, dass ich zu gar nichts mehr komme.

So hat zum Beispiel die Aktivität dieses Blogs in den letzten Monaten sehr stark nachgelassen. Weiters wurde inzwischen schon ein zweites mal Maria Empfängnis gefeiert, seit mein Video über diesen Feiertag auf der Startseite zu sehen ist. Ausserdem hab ich schon lange vor, wieder mal etwas über den islamfaschistischen Prediger Pierre Vogel und seine Bande zu schreiben. Doch da kamen mir die „Freunde der offenen Gesellschaft“ mit einem erstklassigen Beitrag zuvor.

Aber egal, ich mach mir keinen Stress deswegen, sondern freu mich auf Weihnachten. Ja, und ich werde Ihnen, lieber Leser, auch am Ende dieses Artikels Frohe Weihnachten wünschen. Nun kommt wieder die obligatorische Frage auf: Warum tue ich das als Ungläubiger? Darüber habe ich aber eh schon einmal in einem entsprechenden Artikel über Ostern geschrieben.
Tim Minchin hat sich auch mit dem Thema befasst, und zwar in seinem Lied „White wine in the sun“, welches Sie sich unbedingt einmal anhören sollten:

Ich finde, dieses Lied ist eines der besten Weihnachtslieder, welches ich bis jetzt gehört habe, da es sowohl kritisch als auch sentimental ist.

Auch im Onlinemagazin wissenrockt.de kam vor einigen Tagen ein guter Artikel zum Weihnachtsfest: „Sonntagsfrage: Was feiern Atheisten zu Weihnachten?“. Der Schluss, den der Autor dieses Artikels zieht, und dem ich mich auch anschließe, ist folgender:

Wie wär‘s, wenn wir all den Kitsch beiseite schöben, den kommerziellen ebenso wie den religiösen, und gemeinsam anläßlich der zunehmenden Helligkeit ein glaubensunabhängiges Fest der Liebe, des Miteinanders und des Friedens feierten, jeder mit den Bräuchen und den Speisen, die ihm am besten schmecken?

Denken Sie einmal darüber nach, in dieser besinnlichen Zeit. Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest!

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Filmkritik zu "Am Anfang war das Licht"

Filmplakat zu „Am Anfang war das Licht“

Gibt es Menschen, die schon seit Jahren keinen Bissen Nahrung oder nicht einmal einen Schluck Wasser zu sich genommen haben? Die sich nur von Licht ernähren? Dieser Frage geht der Dokumentarfilm “Am Anfang war das Licht” von P. A. Straubinger (der Filmexperte von Hitradio Ö3) nach. Für das Online-Magazin wissenrockt.de habe ich dazu eine kleine Filmkritik geschrieben.

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