Gründung des Zentralrats der Ex-Muslime

Vorstellung des Zentralrates der Ex-Muslime; v.l.n.r.: Heinz Oberhummer, Cahit Kaya, Mina Ahadi

Am Freitag, dem 26.03.2010, wurde in Wien in den Räumlichkeiten des Republikanischen Clubs der Zentralrat der Ex-Muslime gegründet. Aus Interesse beschloss auch ich, einen Kurztrip nach Wien zu machen, und dieser Veranstaltung beizuwohnen.

Um 16:00 begann die Veranstaltung mit einer Pressekonferenz. Ich kam aufgrund von Orientierungsschwierigkeiten, die man als auswärtiger Kleinstadtbewohner in Wien nun einmal hat, etwa zehn Minuten zu spät zum Veranstaltungsort. Das war gerade rechtzeitig zum Beginn der Rede von Mina Ahadi, der Gründerin des Zentralrats der Ex-Muslime in Deutschland. Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit dem Islamistischen Regime in ihrer Heimat, dem Iran, den sie 1990 verließ. sie sprach über das in den Medien verbreitete Phänomen, Menschen aus dem Islamischen Kulturkreis pauschal als “Muslime” zu bezeichnen. Auch sie selbst wurde schon mehrfach als Muslimin bezeichnet, obwohl sie seit ihrer Jugend nicht mehr gläubig ist. Dies war auch einer der Beweggründe für die Aktion “Wir haben abgeschworen” zur Begründung der Ex-Muslime Deutschlands.
Ausserdem berichtete sie über die Rolle der Islamischen Organisationen in Deutschland, die den Anspruch stellen, die Deutschen Muslime zu vertreten, und in der von der Bundesregierung initiierten Islamkonferenz beteiligt sind.
Cahit Kaya thematisierte die Lage in Österreich, wo sich die Islamische Glaubensgemeinschaft als Vertretung für alle hierzulande lebenden Muslime sieht, und als religiöse Glaubensgemeinschaft staatlich anerkannt ist.
Als weiterer Vortragender war Heinz Oberhummer anwesend. Er ist Obmann des vor kurzem gegründeten Zentralrates der Konfessionsfreien, ein Trägerverein mehrerer säkularer Organisationen, bei dem auch der Verein der Ex-Muslime Mitglied sein wird. Er wies auf die Probleme mit der noch immer mangelhaften Säkularisierung in Österreich hin, betonte aber, dass diese Probleme geradezu lächerlich seien im Gegensatz zu den Repressalien, denen Un- und Andersgläubige in Ländern des islamischen Kulturkreises ausgesetzt sind.

In der anschließenden Fragerunde wurden Fragen über Einzelheiten des neuen Vereins geklärt. Cahit Kaya kündigte als erste Maßnahme an, eine Kontaktstelle für Jugendliche aus islamischen Familien und zur Meldung von Missständen einzurichten.

Nach einer Pause, bei der ich ein kleines Gespräch mit Cahit Kaya hatte, ging es weiter mit einer von Kaya und Ahadi geführten Diskussionsrunde. Cahit sprach dabei das Problem der schwächelnden Politischen Linken an, die nur mehr im Kampf gegen den Rechtspopulismus in Erscheinung tritt, und jegliche Islamkritik als “rechts” abkanzelt. Er stellte zur Diskussion, ob sich die Linke nicht dringend erneuern müsste, eine Frage, der auch ich mich in diesem Blog in nächster Zeit einmal widmen werde. Leider musste ich diese Diskussionsrunde frühzeitig verlassen, weil ich noch meinen Zug nach Hause erwischen musste.

Alles in allem war dies eine sehr Informative Veranstaltung. Ich muss auf jeden Fall Mina Ahadi zustimmen, die sagte, dass dieser Verein in Österreich längst überfällig ist, wenn man die Islamkritik nicht rassistischen Hetzern überlassen möchte. Daher wünsche ich diesem Verein und allen Beteiligten alles Gute für die bevorstehenden Aufgaben.

10. March 2010, 01:02 in

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