Frohe Ostern!

Ostereier

Ich wünsche hiermit allen Lesern ein frohes Osterfest, schöne Feiertage und viel Spaß beim Ostereier suchen oder verstecken. Ja, das tue ich. Wieso, das möchte ich kurz erläutern.

Schon vor ein paar Monaten, als ich allen Lesern an dieser stelle Frohe Weihnachten wünschte, wurde ich gefragt, ob ich nun doch wieder gläubig werde. In den letzten Tagen wurde ich gar gefragt, ob ich als Atheist überhaupt Ostern feiern „dürfe“. Ja, das darf ich, und das mach ich auch, aus folgenden Gründen:

Erstens: Niemand verbietet mir es, Feste zu feiern. Schließlich bin ich kein fundamentalistischer Anhänger der Zeuge Jehovas oder des Islam. Die Zeugen Jehovas betrachten sämtliche Feste, auch Weihnachten und Ostern, als heidnisch und unbiblisch. Und nach islamischer Lehre begeht man „Schirk“, wenn man Weihnachten und Ostern feiert, die denkbar schwerste Sünde im Islam. „Schirk“ bedeutet wörtlich übersetzt „Beigesellung“ und kann mit „Götzendienst“ übersetzt werden. Schirk wird von Allah übrigens mit ewigen Höllenqualen bestraft. Aber das ist nur eine Kleinigkeit am Rande.
Kurz gesagt: Sowohl der Gott der Zeugen Jehovas als auch der Gott der Muslime verbieten es, bestimmte Feste zu feiern. Da es meiner Auffassung nach weder den einen noch den anderen Gott gibt, gibt es für mich auch kein göttliches Feierverbot. Womit die Frage nach dem „dürfen“ geklärt wäre.

Zweitens: Weihnachten und Ostern kann man mit der christlichen Lehre begründen, muss man aber nicht.
Zu Weihnachten wird ja nach christlicher Lehre die Geburt von Jesus Christus gefeiert, zu Ostern sein Tod und seine darauf folgende Auferstehung. Daneben haben Weihnachten und Ostern aber noch andere, vorchristliche Grundlagen. Zu Weihnachten wurde zum Beispiel in vorchristlicher Zeit im alten Rom „Sol invictus“ gefeiert, das Fest der „unbesiegbaren Sonne“. Anlass dieses Fests war die Wintersonnenwende und die damit wieder länger werdenden Tage. Da dieses Fest so populär war, wurde später einfach die Feier von Christi Geburt auf diesen Tag gesetzt. Und auch Ostern hat Parallelen zu diversen heidnischen Festen, in denen die Einkehr des Frühlings gefeiert wird.
Im Endeffekt haben sowohl Ostern als auch Weihnachten als Grundlegendes Motiv die Entstehung neuen Lebens. Dieses Motiv kann man natürlich auch in der christlichen Lehre finden, aber genauso gut unabhängig von dieser Betrachten. Folglich muss der christliche Glaube keine Grundvoraussetzung für das Feiern von Ostern und Weihnachten sein. Nach dieser rein theoretischen Betrachtung komme ich zum praktischen, dritten Punkt.

Drittens: Ich feiere Weihnachten und Ostern mit, weils mir Spaß macht.
Ja, warum denn nicht? Ich beschenke gern andere zu Weihnachten, weil ich mich ebenso über Geschenke von anderen freue. Und ich finde es einen schönen Brauch, Süßigkeiten für jüngere Verwandte zu verstecken, weil ich früher selbst gern Ostereier suchte. Ich glaube lediglich nicht daran, dass Jesus Christus für unsere Sünden starb und nach drei Tagen auferstanden ist, wodurch ich selbst möglicherweise nicht von meinen Sünden erlöst werde, aber das ist nur eine Kleinigkeit am Rande.
So sehe ich das, und die meisten anderen nichtreligiöse Menschen dürften das genauso sehen. Und das ist gut so, denn irgendjemand muss ja von der Ostermesse abwesend sein, um die Eier zu verstecken, während Sie mit ihren Kindern in der Kirche sind, nicht ;-)?

Bild: Quelle, Unter CC-BY-SA

2. April 2010, 11:20 in

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