DIe perversen Bündnisse gegen Israel

Das Schiff „Mavi Marmara“

Bei kaum einem anderen politischen Thema entstehen so seltsame Bündnisse wie bei Israel. Egal aus welcher politischen Fraktion man stammt, plötzlich tritt man geeint auf, wenn der Staat Israel wieder einmal in den Schlagzeilen ist. Gerade in links- wie rechtsextremen Kreisen scheinen sich die Kritiker des Staates Israel wohl zu fühlen.

Das führt bisweilen zu so manch merkwürdiger Szene. Zum Beispiel, dass auf ein und der selben Demo ein Plakat mit der Aufschrift „Wach auf, Hitler“ hochgehalten wird, während im Hintergrund „Hoch die internationale Solidarität“ gerufen wird, wie Anfang Juni auf einer Anti-Israel-Demo in Wien geschehen (Ich danke dem Zwischenrufer für diese Information):

So absurd dieser Vorfall auch sein mag, er ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es hier um Israel geht. Die Blogger von „Lizas Welt“ haben es mit einem abgewandelten Zitat vom deutschen Kaiser Wilhelm II. treffend auf den Punkt gebracht: Wenn es um Israel geht, gibt es keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche.

Demo-Plakat „Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Frauendeck”Man braucht sich nur ansehen, mit welch dubiosen Gruppierungen eine Handvoll Politiker der deutschen Linkspartei bei ihrer Beteiligung an der „Free Gaza“-Flotte zusammengearbeitet haben. Da wurde ohne bedenken mit Islamisten und türkischen Nationalisten kooperiert und die beiden teilnehmenden weiblichen Bundestagsabgeordneten von der Linkspartei nahmen ohne Murren die islamisch korrekte Geschlechtertrennung auf dem Schiff „Mavi Marmara“ hin. Die deutschnationale NPD nahm diese linke Verwirrung mit Begeisterung auf und bekundete in einer Pressemitteilung „Trotz aller politischen Unterschiede“ ihre Solidarität gegenüber „den beiden mutigen Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger“.

In Österreich ist die Lage ähnlich. Bei der obigen Anti-Israel Demo in Wien war der SPÖ-Gemeinderatsabgeordnete und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs, Omar Al-Rawi, ganz vorne mit dabei. Er sagte, die neun bei der Militäraktion auf der Mavi Marmara getöteten Aktivisten seien „Nicht umsonst gestorben“ (Man könnte zynisch anmerken, dass er damit recht hat, denn zumindest einige der Passagiere an Bord äußerten ihren Wunsch, als Märtyrer sterben zu wollen).
Die FPÖ scheint sich in dieser Angelegenheit eher zurück zu halten. Die wenigen Stellungnahmen gehen aber in eine eindeutige Richtung.
Den Vogel abgeschossen hat der Wiener Gemeinderat. Er stimmte in einem Akt der Überheblichkeit einstimmig (!) einem Antrag eines SPÖ-Abgeordneten zu, Israel für die Militäraktion zu verurteilen. Wenigstens haben schon kurz darauf zwei Wissenschaftler der Uni Wien angemessen auf diese Aktion reagiert.

Dass sich Linke mit Islamisten verbünden, wenn es gegen Rechte geht, ist naiv. Dass Linke, Islamisten und Rechte gemeinsame Sache machen, wenn es gegen Israel geht, ist pervers.

Bildquellen:
„Mavi Marmara”: Wikimedia Commons
„Frauendeck“: kotzboy.com

1. July 2010, 15:37 in

Bisher keine Kommentare.

Ihr Kommentar: