Einladung zum Biervulkan könnt ihr jetzt „flattrn“
Seit Kurzem gibt es auch auf meinem Blog Flattr-Buttons. Was das ist, will ich hier kurz erklären.
Was ist und was heißt „Flattr“? Flattr ist ein Dienst, den ein paar Schweden erfunden haben. Der Begriff „Flattr“ ist ein Kunstwort, das sich aus „to flatter“ (jemandem schmeicheln) und „flatrate“ (Fixbetrag) zusammensetzt. Diese Bezeichnung soll aussagen, worum es bei Flattr geht: Man zahlt einen monatlichen Fixbetrag, den man dann dafür nützt, anderen eine Freude zu machen.
Was sind diese Flattr-Buttons? Die Flattr-Buttons sind Buttons, auf die man klicken kann, wenn einem das „Ding“, das zu diesem Button gehört, gut gefallen hat. So ein „Ding“ kann ein Blogartikel sein, ein Video, oder auch eine ganze Webseite. Wenn man auf einen Button klickt, gibt man dem dazugehörigen Ding einen Flattr-Punkt.
Am Monatsende werden alle Flattr-Punkte, die man in dem Monat vergeben hat, zusammengezählt, und der Monatliche Betrag, den man eingezahlt hat, gleichmäßig darauf verteilt. Vorraussetzung dafür ist natürlich, dass man selbst bei Flattr registriert ist, und den monatlichen Betrag bezahlt hat.
Ich habe einen Flattr-Button für den gesamten Blog in der rechten Leiste eingebaut, sowie einzelne Buttons bei jedem Artikel.
Ist der jetzt geldgierig geworden? Nein. In erster Linie hab ich mich für eine Flattr-Mitgliedschaft entschieden, weil ich selbst gerne anderen Bloggern für gute Artikel ein wenig Geld gebe. Die Möglichkeit, selbst etwas für meinen eigenen Blog zu kriegen, war aber natürlich ein zusätzlicher Anreiz.
Der will sich doch nur bereichern! Nein. In erster Linie werde ich mich über Geld, das ich über Flattr einnehme, einfach nur freuen, und es als Ansporn für weitere Artikel betrachten. Viel mehr als ein paar Cent erwarte ich mir nicht an Einnahmen. Für mich wäre es schon eine Sensation, wenn mit den Flattr-Einnahmen die jährlichen Fixkosten von 24,90 € zum Betrieb dieses Blogs gedeckt wären. Sollte ich darüber hinaus tatsächlich einen Gewinn machen, dann werde ich mir damit ein oder zwei Bier finanzieren ;-).
Wenn ihr mehr wissen wollt, schaut euch dieses Video an und besucht die Flattr-Homepage.
DIe perversen Bündnisse gegen Israel
Bei kaum einem anderen politischen Thema entstehen so seltsame Bündnisse wie bei Israel. Egal aus welcher politischen Fraktion man stammt, plötzlich tritt man geeint auf, wenn der Staat Israel wieder einmal in den Schlagzeilen ist. Gerade in links- wie rechtsextremen Kreisen scheinen sich die Kritiker des Staates Israel wohl zu fühlen.
Das führt bisweilen zu so manch merkwürdiger Szene. Zum Beispiel, dass auf ein und der selben Demo ein Plakat mit der Aufschrift „Wach auf, Hitler“ hochgehalten wird, während im Hintergrund „Hoch die internationale Solidarität“ gerufen wird, wie Anfang Juni auf einer Anti-Israel-Demo in Wien geschehen (Ich danke dem Zwischenrufer für diese Information):
So absurd dieser Vorfall auch sein mag, er ist wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es hier um Israel geht. Die Blogger von „Lizas Welt“ haben es mit einem abgewandelten Zitat vom deutschen Kaiser Wilhelm II. treffend auf den Punkt gebracht: Wenn es um Israel geht, gibt es keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche.
Man braucht sich nur ansehen, mit welch dubiosen Gruppierungen eine Handvoll Politiker der deutschen Linkspartei bei ihrer Beteiligung an der „Free Gaza“-Flotte zusammengearbeitet haben. Da wurde ohne bedenken mit Islamisten und türkischen Nationalisten kooperiert und die beiden teilnehmenden weiblichen Bundestagsabgeordneten von der Linkspartei nahmen ohne Murren die islamisch korrekte Geschlechtertrennung auf dem Schiff „Mavi Marmara“ hin. Die deutschnationale NPD nahm diese linke Verwirrung mit Begeisterung auf und bekundete in einer Pressemitteilung „Trotz aller politischen Unterschiede“ ihre Solidarität gegenüber „den beiden mutigen Abgeordneten Annette Groth und Inge Höger“.
In Österreich ist die Lage ähnlich. Bei der obigen Anti-Israel Demo in Wien war der SPÖ-Gemeinderatsabgeordnete und Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreichs, Omar Al-Rawi, ganz vorne mit dabei. Er sagte, die neun bei der Militäraktion auf der Mavi Marmara getöteten Aktivisten seien „Nicht umsonst gestorben“ (Man könnte zynisch anmerken, dass er damit recht hat, denn zumindest einige der Passagiere an Bord äußerten ihren Wunsch, als Märtyrer sterben zu wollen).
Die FPÖ scheint sich in dieser Angelegenheit eher zurück zu halten. Die wenigen Stellungnahmen gehen aber in eine eindeutige Richtung.
Den Vogel abgeschossen hat der Wiener Gemeinderat. Er stimmte in einem Akt der Überheblichkeit einstimmig (!) einem Antrag eines SPÖ-Abgeordneten zu, Israel für die Militäraktion zu verurteilen. Wenigstens haben schon kurz darauf zwei Wissenschaftler der Uni Wien angemessen auf diese Aktion reagiert.
Dass sich Linke mit Islamisten verbünden, wenn es gegen Rechte geht, ist naiv. Dass Linke, Islamisten und Rechte gemeinsame Sache machen, wenn es gegen Israel geht, ist pervers.
Bildquellen:
„Mavi Marmara”: Wikimedia Commons
„Frauendeck“: kotzboy.com
Towel Day
Heute ist Towel Day. Vergesst euer Handtuch nicht!
Nähere Informationen dazu findet ihr hier: http://www.towel-day.com/de/
Die Konflikte um ein Gebetshaus in Donawitz
Seit einigen Wochen sorgen in Donawitz Pläne eines islamischen Vereines zur Übersiedelung ihres Vereinslokales und Gebetshauses für Diskussionen. Das freut vor allem ein paar Gemeindepolitiker, die daraus politisches Kapital geschlagen haben, was aber leider zur Folge hat, dass die Debatte sehr emotional, aber kaum sachlich geführt wird.
Der „Islamische Verein des Friedens und der Barmherzigkeit“ betreibt seit Jahren ein Gebetshaus in Leoben im Stadtteil Donawitz. Dieses wird langsam zu klein, deshalb möchte der Verein übersiedeln. Ein Grundstück ist bereits gekauft, die Baupläne für das neue Haus wurden bei der städtischen Baurechtsabteilung eingereicht. Dieser Neubau ist nicht als Moschee mit Minarett, sondern als ein gewöhnliches Haus geplant.
Politisches Hickhack
Dieses Vorhaben würde wohl kaum Aufsehen erregen, zumal es bereits drei islamische Gebetsräume in Leoben gibt, von denen man in der Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommt. Allerdings ist zu dieser Zeit gerade Wahlkampf für die bevorstehenden Gemeinderatswahlen. Da kommt so ein Thema, mit dem man die Leute aufstacheln kann, natürlich gelegen. Die üblichen Verdächtigen sind gleich zur Stelle, um ihren Senf dazu zu geben. Ein anderer Akteur nimmt sich ebenfalls dieses Themas an, um seiner neugegründeten Bürgerliste ein wenig Bedeutung zu geben. Aber auch die Jungpolitiker einer größeren Partei springen teilweise auf den Zug auf, zumindest um der Mehrheitspartei eines auswischen.
Inzwischen machen sich FPÖ und Bürgerliste Walter Reiter Konkurrenz im Buhlen um die Gunst der Donawitzer, die sich von diesen beiden Listen aufstacheln haben lassen. Die regierende SPÖ und der islamische Verein versuchen, mit einer Informationsveranstaltung die Wogen zu glätten. Der letzte Stand der Dinge ist nun, dass zwei Facebookgruppen gegründet wurden, eine gegen und eine für das Gebetshaus.
Geistreiche Wortmeldungen in den Facebookgruppen
In der Facebookgruppe gegen das Gebetshaus gibt es hingegen Bedenken verschiedenster Art. Zunächst einmal gibt es die Befürchtungen der Anrainer, die von überfüllten Parkplätzen bis zur Lärmbelästigung reichen. Das sollten lösbare Probleme sein, die in erster Linie in der Bauverhandlung zu bereden sind. Allerdings, liegt der Verdacht nahe, dass diese Punkte nur Ausreden sind, und die eigentlichen Gründe ganz woanders liegen.
Ein paar andere Gruppenmitglieder werden da schon konkreter. Es wird zum Beispiel die Ungerechtigkeit angesprochen, dass es in vielen islamischen Ländern für die christliche Minderheit schwierig bis unmöglich ist, eine Kirche zu bauen. Das mag stimmen, dieses Problem wird aber sicher nicht dadurch gelöst, dass wir uns in Minderheitenrechten auf das Niveau von Saudi-Arabien begeben.
Eine besonders geistreiche Wortmeldung besagt, dass die Muslime auch daheim beten können, sodass dieses Gebetshaus eigentlich nur eine Platzverschwendung sei. Na ja, mit diesem Argument könnte man aber auch die Stadtpfarrkirche St. Xaver abreißen, und das wollen wir doch auch nicht, oder?
Dann kommt das Argument, dass die Muslime viel mehr Kinder haben als wir, wodurch der Islam in ein paar Jahrzehnten die Mehrheitsreligion ist. Diese auf den ersten Blick schlüssigen Berechnungen muss man durch ein paar Faktoren relativieren. Erstens gibt es Studien, die belegen, dass sich die Geburtenzahlen unter den Nachkommen türkischstämmiger Migranten langsam an unsere Geburtenzahlen angleichen. Zweitens sollte man hinterfragen, ob Kinder muslimischer Eltern automatisch zu gläubigen Muslimen werden. Schließlich gibt es ja auch säkular eingestellte Muslime und Ex-Muslime. Und drittens ändert ein Gebetshausverbot daran gar nichts.
Und schließlich beteuert einer der Gegner, dass er eh nichts gegen Andersgläubige habe, aber „Jeder soll seinen glauben in seinem Land ausüben und nicht in Ländern wo ein anderer glauben Herrscht“. Ja hat er denn noch nicht mitbekommen, dass die Zeiten, als der Landesfürst den religiösen Glauben seines Herrschaftsbereiches bestimmte, längst vorbei sind?
In Summe muss man sagen, dass hier viele Faktoren zusammenkommen. Teilweise gibt es begründete und nachvollziehbare Vorbehalte gegen den Islam. Teilweise gibt es Konflikte im Zusammenleben zwischen Einheimischen und Migranten, die sich symbolisch in der Ablehung eines simplen Gebetshauses niederschlagen. Teilweise gibt es fremdenfeindliche Ressentiments, die bedient und gepflegt werden. Zu sachlichen Argumenten kamen die Gebetshausgegner in dieser äußerst emotionalen Debatte bisher nicht wirklich.
Auf der anderen Seite kann ich mich auch der Pro-Gebetshaus-Gruppe nicht zu hundert Prozent anschließen. Erstens bin ich nicht dezitiert für ein Gebetshaus, dazu komme ich noch unten. Zweitens treten die mir ein wenig zu naiv auf. Wenn der Gruppengründer behauptet, dass der Name des „Islamischen Vereins des Friedens und der Barmherzigkeit“ alles sagt, dann muss ich widersprechen. Dieser Name sagt an sich noch wenig aus. Die Frage ist, was für ein Frieden gemeint ist. Die Idee des „Friedens durch Unterwerfung unter Allah“ (Quelle: http://www.way-to-allah.com/islam_zum_kennenlernen/was_ist_islam.html) finde ich zum Beispiel nicht so prickelnd.
Meine Einschätzung
Eine Versachlichung dieser bisher emotional geführten Debatte wäre dringend angebracht. Ich persönlich bin nicht dezitiert für, aber auch nicht gegen dieses Gebetshaus Mir ist das eigentlich ziemlich egal. Was ich vom Beten so halte, wird durch das linke Bild schön auf dem Punkt gebracht. Aber es gibt Menschen, die so ein Gebetshaus haben möchten, und die haben sich selbst darum gekümmert dass sie so ein Haus bekommen. Daher betrachte ich diese Sache als interne Angelegenheit eines privaten Vereines, bei der rechtlich alles einwandfrei läuft. Insofern sehe ich keinen Grund, dieses Haus zu verbieten.
Die oben genannten Bedenken der Anrainer wie Lärmbelästigung oder Parkplatzprobleme sind Probleme, die genauso bei anderen Vereinslokalen oder Beisln auftreten. Aber dafür gibt es ja die Bauverhandlung.
Da bleiben nur noch die Bedenken, dass in Gebetshäusern sogenannte „Hasspredigern“ mit Verfassungs- oder Menschenrechtsfeindlichen Botschaften am Werk sein könnten. Das ist aber ein Problem, das nicht auf Gebetshäuser beschränkt ist. Reaktionäre, fundamentalistische Ansichten werden nämlich in erster Linie, so wie alles in heutiger Zeit, über das Internet verbreitet. Als Beispiel dafür sei einmal mehr die Webseite von Pierre Vogel, meinem weltanschaulichen Antipoden genannt, http://www.einladungzumparadies.de. Ein Gebetshaus hätte da immerhin den Vorteil, dass es eventuell einen Ort bilden könnte, bei dem sich Menschen mit solchen Ansichten versammeln, was den Ermittlern des Verfassungsschutzes im Falle des Falles die Arbeit erleichtern könnte.
Wieder was dazugelernt
Habe ich in einem meiner letzten Beiträge wirklich geschrieben, dass ich Ulrich Habsburg-Lothringen unter allen „alternativen“ Präsidentschaftskandidaten am ehesten staatsmännische Qualitäten zutraue? Ja, das habe ich. Verdammt, warum bloß?
Als ich vor ein paar Wochen diesen Artikel schrieb, wusste ich im Grunde genommen überhaupt nichts über ihn. Wahrscheinlich bin ich einfach in Anbetracht seines großen Namens mit historischer Bedeutung, Habsburg-Lothringen, schwach geworden. Vergangene Nacht habe ich mir aber Club 2 angesehen, wo auch Herr Habsburg zu Gast war. Dadurch habe ich ein bisschen eine Ahnung bekommen, wie dieser Herr tickt. Nun muss ich zugeben, dass ich damals einen Blödsinn geschrieben habe und Ulrich Habsburg-Lothringen überhaupt keine staatsmännischen Qualitäten hat.
Herr Habsburg gestand in der Sendung offen, dass er am 25. April nicht zur Bundespräsidentenwahl gehen werde, weil für ihn keiner der drei verbliebenen Kandidaten wählbar sei. Sein Argument: Er sei zwar katholisch, aber einen Erzkatholiken wie Rudolf Gehring will er niocht wählen, Barbara Rosenkranz auch nicht, und einen Agnostiker wie den Heinz Fischer will er schon gar nicht wählen. Dieses Ausschlußkriterium, das Herr Habsburg hier anwendet, nämlich den Kandidaten schnell einmal nach ihrer religiöse Einstellung oder Weltanschauung ein Etikett zu verpassen und danach zu selektieren, erscheint mir sehr plump und oberflächlich.
Im Laufe dieser sehr interessanten und sachlichen Club-2 Diskussion, die das Thema “Weißwählen – Demokratie in der Krise?” kam ich ausserdem noch zu eine weiteren Einsicht. Bisher war ich ja der Meinung, dass “Weißwählen”, also ungültig wählen, besser ist als gar nicht zu einer Wahl zu gehen, weil man damit noch ein Zeichen setzen kann. Der Politologe Peter Filzmaier hat überzeugend argumentiert, dass man aus ungültigen Stimmen eigentlich gar keine Botschaft der Wähler herauslesen kann, und dass die Zahl der Weißwähler ohnehin verschwindend gering ist im Gegensatz zur Zahl der Nichtwähler. Nach diesen Ausführungen bin ich zwar nach wie vor der der Meinung, dass Weißwählen besser ist als Nichtwählen, allerdings nur mehr aus dem Grund, weil man damit sein schlechtes Gewissen befriedigen kann.
Nun hab ich also in einer Fernsehsendung wieder mal zwei Dinge dazugelernt. Fernsehen bildet also doch, leider aber meist nur in den Sendungen, die spät in der Nacht laufen.
Eine Kurzzusammenfassung dieser Club 2-Sendung gibt es übrigens im Club-2-Blog

