Fragen über Fragen

Das Leben ist so kompliziert, dass eigentlich ununterbrochen Fragen auftauchen. Gerade Menschen, die frisch zum Pastafarianismus konvertiert sind, kommen schnell ins Grübeln und quälen sich mit dutzenden von Fragen rum. Aber keine Sorge: Auf dieser Seite gibt es auf alle Fragen eine Antwort. Ich meine damit wirklich EINE (in Zahlen: 1) Antwort. Die häufigsten Fragen von übereifrigen Neo-Pastafari habe ich hier zusammengefasst:

  1. Ist es eine angemessene Huldigung seiner nudeligen Heiligkeit, wenn ich statt Spaghetti Tortellini esse? Schließlich spiegeln Tortellini ja die Gestalt unseres Schöpfers nicht wirklich wieder. Antwort
  2. Sind Nudeln ohne Sauce, nur mit Parmesan erlaubt? Antwort
  3. Wie viel Salz darf ich ins Nudelwasser dazugeben? Stimmt es, dass sich der Leib des fliegenden Spaghettimonsters bei zu viel Salz nicht im Nudelgericht manifestieren kann, und es somit entweiht wird? Was soll ich in diesem Fall mit den Nudeln machen? Antwort
  4. Darf ich als Pastafari mit einer Anhängerin der Religion des unsichtbaren rosaroten Einhorns zusammen sein? Antwort
  5. Darf ich als Pastafari gemeinsam mit Nichtpastafaries deren religiöse Feste wie Weihnachten oder Ostern, mitfeiern? Antwort
  6. Darf ich als Pastafari von Nichtpastafaries Weihnachtsgeschenke annehmen? Antwort
  7. Ich kann während der Arbeit keine Pirateninsignien tragen. Soll ich mir einen anderen Job suchen? Antwort
  8. Darf man als Pastafari homosexuell sein? Soll man sich therapieren lassen? Antwort

(wird fortgesetzt)

Die Antwort auf all diese Fragen

Denke darüber nach. Mache dir Gedanken über die Konsequenzen deines Handelns. Triff eine sinnvolle Entscheidung.

Ja, das war sie, die Antwort auf alle oben genannten Fragen. So einfach, und doch so kompliziert. Ist dir das zu wenig? Was hast du erwartet? Moralpredigten und Ermahnungen mit Verweis auf seltsame Textzeilen und Verse aus alten Schriften? Na gut, ich will dir ein paar Textzeilen geben. Die sind aber keine Verpflichtung, sondern lediglich Entscheidungshilfen.

Acht “Am liebsten wäre mir’s”

Als erstes wären mal die acht “Am liebsten wäre mir’s” zu nennen,welche das fliegende Spaghettimonster an den Piraten Mosey für uns alle herab gesandt hat. Hier sind sie:

  1. Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch nicht wie frömmlerische, selbstgerechte Esel benehmen könntet, sobald ihr meine Nudelige Göttlichkeit beschreibt. Falls meine Leute nicht an mich glauben, ist das okay. Ehrlich. So eitel bin Ich nicht. Ausserdem: Um die geht es gar nicht, also bleibt beim Thema.
  2. Am liebsten wäre mir, wenn ihr Meine Existenz nicht benutzt zur Unterdrückung, Unterwerfung, Bestrafung, Entleibung und/oder um zu anderen gemein zu sein. Ich brauche keine Opfer, und Reinheit ist etwas für Bier und Trinkwasser, nicht für Menschen.
  3. Am liebsten wäre mir, wenn ihr die Leute nicht danach beurteilen würdet, wie sie aussehen oder wie sie sich anziehen oder wie sie reden. Seid einfach nett zueinander, okay? Ach, und kriegt es endlich in eure Dickschädel: Frau = Mensch. Mann = Mensch. Gehüpft wie gehoppelt. Das eine ist nicht besser als das andere. Es sei denn, es geht um Mode, denn die habe Ich exclusiv den Frauen sowie ein paar Männern überlassen, die den Unterschied zwischen Veilchenblau und Violett kennen.
  4. Am liebsten wäre mir, wenn ihr alles unterlassen würdet, das euch selbst oder eurem bereitwilligen, volljährigen und geistig gesunden Partner peinlich sein müsste. Wem das nicht passt, der kann mich mal – Ich glaube, die Formulierung lautet: am Arsch lecken. Wem das auch nicht passt, der sollte am besten die Glotze ausmachen und zur Abwechslung ein Stück spazieren gehen.
  5. Am liebsten wäre mir, wenn ihr euch die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören würdet. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her.
  6. Am liebsten wäre mir, wenn ihr keine Multimillionen-Dollar-Kirchen/Tempel/Moscheen/Schreine für Meine Nudelige Göttlichkeit erbauen würdet. Das Geld kann man nun wirklich sinnvoller anlegen. Sucht euch etwas aus:
    1. Armut beenden
    2. Krankheiten heilen
    3. In Frieden leben, mit Leidenschaft lieben und die Kabelkosten senken.
  7. Am liebsten wäre mir, wenn ihr nicht überall herumerzählen würdet, dass Ich zu euch spreche. So interessant seid ihr nicht. Bleibt auf dem Teppich. Habe Ich doch schon gesagt: Liebet euren Nächsten – muss Ich denn alles zweimal sagen?
  8. Am liebsten wäre mir, wenn ihr anderen nicht antätet, was sie auch euch nicht antun sollen, sofern ihr auf, äh, Sachen steht, für die reichlich Leder/Gleitmittel/Las Vegas nötig sind. Sollte euer Partner darauf stehen (entsprechend ALWM 4), lasst es krachen, macht Fotos, und um Himmels willen benutzt ein Kondom! Echt jetzt, es ist nur ein Stück Gummi. Wenn Ich nicht gewollt hätte, dass es sich gut anfühlt, wenn ihr es miteinander treibt, hätte ich Dornen oder so etwas eingebaut.

Zehn Angebote

Eine weitere Entscheidungshilfe sind die “Zehn Angebote des evolutionären Humanismus” vom Philosophen Michael Schmidt-Salomon. Sie sind teilweise auch deckungsgleich mit den acht “Am liebsten wärs mir’s”:

  1. Diene weder fremden noch heimischen “Göttern”, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern!
  2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten!
  3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
  4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!
  5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche “Bestie” Homo sapiens zeigen kann.
  6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest.
  7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! Zweifle aber auch am Zweifel! Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.
  8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!
  9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben!
  10. Stelle dein Leben in den Dienst einer “größeren Sache”, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz.

Das war jetzt nur ein kurzer Überblick. Es gibt noch viele weitere Quellen, die man heranziehen kann. Sie alle zu nennen würde den Rahmen hier sprengen.

Drei alte Bücher

Der Vollständigkeit halber möchte ich auch einen kurzen Blick in die Bibel und den Koran werfen. Teilweise gibt es in diesen Büchern durchaus Übereinstimmung mit der Botschaft des allmächtigen fliegenden Spaghettimonsters. So sagt zum Beispiel der Koran in Sure 31, Vers 18:

Und sei gegen die Menschen nicht hochfahrend und stolziere nicht eitel auf der Erde herum. Siehe, Allah liebt keinen eingebildeten Prahler.

Es werden sehr oft wohlwollende Textstellen wie diese aus den alten Wälzern herausgepickt, groß zitiert, und die Wälzer dann als tolle ethische Maßstäbe hochgehalten. Dabei werden aber Textstellen wie die folgende allzu gerne übersehen:

Samaria wird wüst werden; denn es ist seinem Gott ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre kleinen Kinder zerschmettert und ihre Schwangeren aufgeschlitzt werden. (Hosea 14,1)

Und die Zeit war noch nicht um, da machte sich David auf und zog mit seinen Männern und erschlug unter den Philistern zweihundert Mann. Und David brachte ihre Vorhäute dem König in voller Zahl, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Michal zur Frau. (1. Samuel 18,27)

Im Allgemeinen muss man sagen: Diese alten Bücher sind in erster Linie einmal alte Bücher. Die Werte, die darin vermittelt werden, folgen nun einmal den ethischen Grundsätzen der Zeit, in der sie geschrieben wurden. Darum halte ich es für töricht und gefährlich, sie als den ethischen Maßstab schlechthin zu sehen.

Fazit

Na, was sagst du nun? Findest du eine Antwort auf deine Frage? Denk noch mal darüber nach. Du schaffst das. Du kannst eigenständig denken und Entscheidungen treffen, davon bin ich überzeugt. Ich glaube an dich.